20 Reichsmark Gold – Wert, Jahrgänge, Auflagen und Besonderheiten

Die 20 Reichsmark Goldmünze gehört zu den bekanntesten deutschen Goldmünzen und ist bei Sammlern bis heute besonders gefragt. Geprägt wurden die 20-Mark-Goldmünzen des Deutschen Kaiserreichs zwischen 1871 und 1915. Neben dem enthaltenen Goldwert spielen bei diesen historischen Münzen auch Jahrgang, Prägestätte, Auflage, Erhaltung, Motiv und Seltenheit eine wichtige Rolle.

Wer den Wert einer 20 Reichsmark Goldmünze bestimmen möchte, sollte deshalb nicht nur auf das Gewicht oder den aktuellen Goldpreis schauen. Gerade seltenere Jahrgänge und bestimmte Kombinationen aus Jahrgang und Prägebuchstaben können einen zusätzlichen numismatischen Wert besitzen.

20 Reichsmark Gold – die wichtigsten Daten

MerkmalAngaben
Nennwert20 Mark
Prägezeitraum1871 bis 1915
MaterialGold
Feinheit900/1000
Raugewichtca. 7,96 g
Feingewichtca. 7,17 g Gold
Durchmesserca. 22 bis 22,5 mm
Rand„GOTT MIT UNS“
Prägestättenunter anderem Berlin, Hannover, Frankfurt, Dresden und Hamburg

Die 20-Mark-Goldmünzen wurden aus einer Goldlegierung mit einem Feingehalt von 900/1000 geprägt. Das Raugewicht beträgt etwa 7,96 Gramm, davon entfallen rund 7,17 Gramm auf Feingold.

Was ist eine 20 Reichsmark Goldmünze wert?

Die Frage „Was ist eine 20 Reichsmark Goldmünze wert?“ lässt sich nicht mit einem einzigen festen Betrag beantworten.

Der Wert setzt sich bei historischen Goldmünzen aus mehreren Faktoren zusammen. Eine wichtige Grundlage ist der aktuelle Wert des enthaltenen Goldes. Darüber hinaus kann eine Münze einen numismatischen Mehrwert besitzen.

Entscheidend sind unter anderem:

  • aktueller Goldpreis
  • Feingoldgehalt
  • Jahrgang
  • Prägestätte
  • Auflage
  • Erhaltungsgrad
  • Seltenheit
  • Nachfrage unter Sammlern
  • Besonderheiten und Varianten

Eine häufige 20-Mark-Goldmünze wird deshalb anders bewertet als ein seltener Jahrgang mit niedriger Auflage und guter Erhaltung.

Goldwert und Sammlerwert unterscheiden

Bei der Bewertung sollte zwischen Materialwert und Sammlerwert unterschieden werden.

Der Materialwert orientiert sich am enthaltenen Feingold. Bei einer 20-Mark-Goldmünze sind dies rund 7,17 Gramm Feingold. Der Sammlerwert kann dagegen deutlich darüber liegen, wenn es sich beispielsweise um einen seltenen Jahrgang, eine seltene Prägestätte oder eine besonders gut erhaltene Münze handelt.

Genau deshalb sollte eine historische Goldmünze nicht automatisch nur nach ihrem Gewicht bewertet werden.

Welche Jahrgänge gibt es bei 20 Reichsmark Gold?

Die 20-Mark-Goldmünzen wurden während des Deutschen Kaiserreichs unter verschiedenen Herrschern und in unterschiedlichen Ausführungen geprägt.

Zu den wichtigsten Motiven gehören:

20 Mark Wilhelm I.

Wilhelm I. war der erste Deutsche Kaiser. Seine 20-Mark-Goldmünzen wurden bereits ab 1871 geprägt.

Die frühen Ausgaben von 1871 bis 1873 zeigen auf der Rückseite den Reichsadler mit der Wertangabe „20 M.“. Ab 1874 wurde die Gestaltung verändert und die Wertbezeichnung „20 MARK“ verwendet.

Gerade bei älteren Jahrgängen lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf Motiv, Jahrgang und Prägebuchstaben.

20 Mark Friedrich III.

Friedrich III. regierte nur 99 Tage im Jahr 1888. Entsprechend gehören die 20-Mark-Goldmünzen mit seinem Porträt zu den historisch besonders interessanten Ausgaben des Kaiserreichs.

Die kurze Regierungszeit macht diese Münzen zu einem wichtigen Bereich innerhalb der Kaiserreich-Sammlung.

20 Mark Wilhelm II.

Die umfangreichste Gruppe bilden die 20-Mark-Goldmünzen mit dem Porträt von Kaiser Wilhelm II.

Sie wurden über viele Jahre und in unterschiedlichen Jahrgängen und Prägestätten ausgegeben. Dadurch gibt es innerhalb dieser Gruppe deutliche Unterschiede bei den Auflagenzahlen und der heutigen Verfügbarkeit.

20 Reichsmark Gold – Auflage und Seltenheit

Die Auflage ist ein wichtiger Anhaltspunkt für Sammler. Sie zeigt, wie viele Exemplare eines bestimmten Typs und Jahrgangs geprägt wurden.

Dabei gilt jedoch: Eine niedrige historische Auflage bedeutet nicht automatisch, dass jede Münze dieses Jahrgangs heute extrem selten ist. Umgekehrt können Münzen mit höheren ursprünglichen Auflagen heute schwerer zu finden sein als erwartet.

Bei den 20-Mark-Goldmünzen gibt es erhebliche Unterschiede. Beispielsweise wurden von bestimmten Jahrgängen mehrere Millionen Stück geprägt, während andere Ausgaben deutlich niedrigere Auflagen besitzen.

Beispiel: unterschiedliche Auflagen

Bereits bei frühen preußischen 20-Mark-Ausgaben zeigen sich große Unterschiede. Für den Jahrgang 1871 werden beispielsweise rund 502.000 Exemplare angegeben. Beim Jahrgang 1872 sind je nach Prägestätte deutlich höhere Stückzahlen dokumentiert.

Auch bei späteren Wilhelm-II.-Ausgaben reichen die angegebenen Auflagen je nach Jahrgang und Prägestätte von vergleichsweise kleinen Stückzahlen bis zu mehreren Millionen Exemplaren.

Für eine genaue Bestimmung ist deshalb die Kombination aus Jahrgang + Prägebuchstabe + Münztyp entscheidend.

Was bedeutet der Buchstabe auf der 20 Reichsmark Gold?

Ein besonders wichtiges Merkmal ist der Prägebuchstabe.

Er gibt an, in welcher Münzstätte die jeweilige Münze geprägt wurde. Bei den deutschen Reichsgoldmünzen kommen unter anderem folgende Buchstaben vor:

  • A = Berlin
  • B = Hannover
  • C = Frankfurt am Main
  • E = Dresden
  • J = Hamburg

Nicht jeder Jahrgang wurde jedoch in jeder Prägestätte geprägt.

Bei der Bestimmung einer 20 Reichsmark Goldmünze sollte deshalb immer geprüft werden, welcher Buchstabe vorhanden ist. Ein scheinbar identischer Jahrgang kann durch eine andere Prägestätte eine andere Seltenheit und damit eine andere sammlerische Bedeutung besitzen.

Beispielsweise wurden sächsische 20-Mark-Goldmünzen mit dem Prägebuchstaben E in Dresden geprägt. Für bestimmte Jahrgänge sind dort deutlich unterschiedliche Auflagen dokumentiert.

20 Reichsmark Gold – verschiedene Motive

Die deutschen 20-Mark-Goldmünzen sind nicht auf ein einziges Motiv beschränkt.

Neben den preußischen Ausgaben existieren zahlreiche Goldmünzen der deutschen Bundesstaaten. Dazu gehören beispielsweise Münzen aus:

  • Preußen
  • Sachsen
  • Bayern
  • Württemberg
  • Baden
  • Hessen
  • Hamburg
  • weiteren deutschen Staaten

Dadurch entsteht eine große Vielfalt innerhalb der 20-Mark-Reichsgoldmünzen.

Für Sammler ist gerade diese Vielfalt interessant, denn nicht jede 20-Mark-Goldmünze besitzt die gleiche historische und numismatische Bedeutung.

Die Rückseite der 20-Mark-Goldmünzen

Auch die Gestaltung des Reichsadlers verändert sich im Laufe der Prägezeit.

Bei den frühen Ausgaben von 1871 bis 1873 findet sich die Wertangabe „20 M.“. Von 1874 bis 1889 wurde das Rückseitenmotiv verändert. Ab 1890 erfolgte eine weitere Änderung, bei der der Reichsadler deutlich größer dargestellt wurde.

Diese unterschiedlichen Gestaltungen sind für die genaue Bestimmung einer Münze hilfreich.

Erhaltung beeinflusst den Wert

Neben Jahrgang und Auflage spielt die Erhaltung eine wichtige Rolle.

Eine häufige 20-Mark-Goldmünze in stark gebrauchtem Zustand kann einen anderen Sammlerwert besitzen als dasselbe Stück in außergewöhnlich guter Erhaltung.

Bei der Beurteilung werden beispielsweise folgende Merkmale betrachtet:

  • Abnutzung der höchsten Reliefstellen
  • Kratzer und Randfehler
  • Beschädigungen
  • Glanz
  • Prägequalität
  • Details des Münzbildes
  • allgemeiner Erhaltungszustand

Deshalb sollte eine historische Goldmünze möglichst nicht vorschnell gereinigt oder poliert werden. Eine unsachgemäße Reinigung kann die ursprüngliche Oberfläche verändern und die numismatische Qualität beeinträchtigen.

Warum die Auflage allein nicht über den Wert entscheidet

Eine häufige Fehlannahme lautet:

Niedrige Auflage = automatisch hoher Wert.

So einfach ist die Bewertung nicht.

Neben der ursprünglichen Auflage ist entscheidend, wie viele Exemplare heute noch vorhanden sind, in welchen Erhaltungen sie vorkommen und wie stark die Nachfrage unter Sammlern ist.

Auch die Seltenheit einer bestimmten Kombination aus Jahrgang und Prägestätte kann eine Rolle spielen.

Daher sollte eine 20 Reichsmark Goldmünze immer als konkretes Einzelstück betrachtet werden.

20 Reichsmark Gold verkaufen – warum eine genaue Bestimmung wichtig ist

Wer eine 20 Reichsmark Gold verkaufen möchte, sollte zunächst klären, um welchen genauen Münztyp es sich handelt.

Dazu gehören insbesondere:

  1. Nennwert
  2. Jahrgang
  3. Herrscher beziehungsweise Motiv
  4. Prägebuchstabe
  5. Gewicht
  6. Erhaltungszustand
  7. mögliche Varianten oder Besonderheiten

Erst danach lässt sich beurteilen, ob neben dem Goldwert möglicherweise ein zusätzlicher Sammlerwert berücksichtigt werden sollte.

Gerade bei historischen Reichsgoldmünzen ist es deshalb sinnvoll, nicht nur den aktuellen Goldkurs als Maßstab zu verwenden.

Fälschungen bei 20-Mark-Goldmünzen

Bei historischen Goldmünzen spielt außerdem die Echtheitsprüfung eine wichtige Rolle.

Für die 20-Mark-Goldmünzen sind auch nachgemachte Exemplare bekannt. Die ESG weist beispielsweise auf umfangreiche Fälschungen hin, die in den Jahren 1959 bis 1962 hergestellt und teilweise sogar über Banken in den Umlauf gebracht wurden.

Bei einer wertvolleren oder seltenen 20-Mark-Goldmünze sollten deshalb Gewicht, Durchmesser, Material, Prägungsmerkmale und weitere Eigenschaften sorgfältig geprüft werden.

20 Reichsmark Gold richtig bestimmen

Für eine erste Bestimmung reichen häufig bereits einige Angaben aus:

Jahrgang + Prägebuchstabe + Motiv + Gewicht

Diese Informationen ermöglichen eine deutlich genauere Einordnung als die Bezeichnung „20 Reichsmark Gold“ allein.

Bei seltenen Jahrgängen oder auffälligen Varianten können zusätzlich Katalogangaben und Vergleichsstücke herangezogen werden. Der Jaeger-Katalog gilt für deutsche Münzen seit 1871 als wichtige Referenz für die eindeutige Zuordnung von Münztypen und Varianten.

Fazit: Was macht eine 20 Reichsmark Goldmünze wertvoll?

Der Wert einer 20 Reichsmark Goldmünze ergibt sich aus mehreren Faktoren.

Der enthaltene Goldanteil bildet eine wichtige Grundlage. Darüber hinaus können Jahrgang, Prägestätte, Auflage, Erhaltung, Seltenheit, Motiv und Nachfrage den Sammlerwert beeinflussen.

Deshalb lohnt sich bei einer historischen 20-Mark-Goldmünze immer eine genaue Betrachtung. Ein vermeintlich gewöhnliches Stück kann bei genauer Bestimmung interessante numismatische Besonderheiten zeigen.

Münzwissen von Münzland

Im Münzland Münzwissen finden Sammler und Interessierte weitere Informationen über historische Münzen, Goldmünzen, Silbermünzen, Jahrgänge, Prägestätten, Erhaltungsgrade und numismatische Besonderheiten.

Wer eine 20 Reichsmark Gold verkaufen möchte, sollte vor dem Verkauf möglichst genau feststellen lassen, um welchen Jahrgang und welche Ausführung es sich handelt. Bei Münzland werden historische Goldmünzen deshalb nicht ausschließlich nach ihrem Goldgewicht betrachtet, sondern zunächst möglichst genau bestimmt und eingeordnet.