Mark – Geschichte, Münzen und Bedeutung der historischen Währung

Die Mark gehört zu den wichtigsten historischen Währungseinheiten Deutschlands. Besonders bekannt ist die Mark des Deutschen Kaiserreichs, die nach der Reichsgründung eingeführt wurde und auf einem Goldstandard beruhte. Über mehrere Jahrzehnte war die Mark die Grundlage des deutschen Währungssystems und wurde in zahlreichen Gold-, Silber- und Umlaufmünzen ausgeprägt.

Für Sammler sind historische Mark-Münzen heute besonders interessant. Neben dem Edelmetallgehalt können Jahrgang, Prägestätte, Erhaltung, Seltenheit und Auflage den Wert einer Münze beeinflussen. Dieser Überblick erklärt die Entstehung der Mark, ihre Bedeutung als goldgedeckte Währung und die wichtigsten Mark-Münzen.

Die Mark als goldgedeckte Währung ab 1871

Mit der Gründung des Deutschen Kaiserreichs wurde die Grundlage für ein einheitliches deutsches Münzwesen geschaffen. Das Münzgesetz von 1871 legte die neue Währung auf Grundlage des Goldstandards fest. Das Münzgesetz von 1873 führte die Währungs- und Münzreform weiter aus.

Eine Mark entsprach dabei 1/1392 Kilogramm Feingold, also rund 0,3584 Gramm Feingold. Die Mark wurde in 100 Pfennig unterteilt. Damit war die neue Währung eindeutig definiert und bildete die Grundlage für das einheitliche Münzsystem des Deutschen Kaiserreichs.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen der Währungseinheit Mark und den einzelnen Münzen. Obwohl die Mark auf einem Goldstandard beruhte, bestanden die ausgegebenen Münzen keineswegs ausschließlich aus Gold. Für den täglichen Zahlungsverkehr wurden auch Silber- und Kupfermünzen geprägt.

Die Mark des Deutschen Kaiserreichs

Die Mark war die Währung des Deutschen Kaiserreichs von ihrer Einführung in den 1870er-Jahren bis zum Ende des Kaiserreichs und darüber hinaus. Während dieser Zeit entstanden zahlreiche Münzen mit unterschiedlichen Nennwerten, Metallen und Motiven.

Zu den bekannten Nominalen gehören:

  • 1 Mark
  • 2 Mark
  • 3 Mark
  • 5 Mark
  • 10 Mark
  • 20 Mark

Für Sammler sind insbesondere die höherwertigen 10-Mark- und 20-Mark-Goldmünzen von großer Bedeutung. Diese Münzen wurden unter anderem mit Porträts deutscher Kaiser und Könige verschiedener Bundesstaaten geprägt.

Goldmünzen der Mark

Die Goldmünzen zu 10 und 20 Mark gehören zu den bekanntesten historischen deutschen Goldmünzen. Sie wurden während der Kaiserzeit von verschiedenen deutschen Staaten und unter unterschiedlichen Herrschern ausgegeben.

Bei der Bewertung einer solchen Münze zählt deshalb nicht ausschließlich der aktuelle Goldpreis. Auch Jahrgang, Prägestätte, Erhaltung, Seltenheit und Nachfrage unter Sammlern können eine wichtige Rolle spielen.

Wer sich näher mit historischen deutschen Goldmünzen beschäftigt, findet beispielsweise bei den Themen deutsche Goldmünzen und 20 Reichsmark Gold weitere Informationen.

Warum gab es trotz Goldstandard Silbermünzen?

Der Goldstandard bedeutete nicht, dass sämtliche Münzen aus Gold bestehen mussten. Gold bildete vielmehr die Grundlage der Währung und des Währungssystems. Für kleinere und mittlere Zahlungsbeträge waren Goldmünzen im täglichen Zahlungsverkehr ungeeignet.

Deshalb wurden neben den Goldmünzen auch zahlreiche Silbermünzen ausgegeben. Besonders bekannt sind die 2-, 3- und 5-Mark-Stücke des Deutschen Kaiserreichs. Je nach Ausgabe unterscheiden sich diese Münzen beispielsweise hinsichtlich Feingehalt, Gewicht, Durchmesser, Motiv und Prägejahr.

Für Sammler sind historische Silbermünzen deshalb nicht nur wegen ihres Metallwertes interessant. Seltene Jahrgänge, besondere Prägestätten und gut erhaltene Stücke können einen zusätzlichen Sammlerwert besitzen. Mehr zum Thema finden Sie im Bereich Silbermünzen sowie beim Silberankauf von Münzland.

Was bedeutet „Goldmark“?

Die Bezeichnung Goldmark wurde vor allem nachträglich verwendet, um die Mark des Deutschen Kaiserreichs von späteren deutschen Währungen mit der Bezeichnung Mark unterscheiden zu können.

Die Mark war ursprünglich die offizielle Währungseinheit. „Goldmark“ war keine eigenständige zusätzliche Währung, sondern ist vor allem eine historische Bezeichnung für die wertstabile Markperiode vor der deutschen Hyperinflation.

Im Zusammenhang mit historischen Münzen wird der Begriff Goldmark deshalb häufig verwendet, wenn die Mark des Kaiserreichs und insbesondere ihre Golddeckung gemeint sind.

Welche Mark-Münzen gab es?

1-Mark-Münzen

Die 1-Mark-Münze war ein wichtiges Nominal des deutschen Kaiserreichs. Sie wurde überwiegend aus Silber geprägt und gehörte zu den klassischen Umlaufmünzen dieser Zeit.

2-Mark-Münzen

Auch die 2-Mark-Münzen wurden in verschiedenen Ausführungen und mit unterschiedlichen Herrscherporträts und Motiven geprägt. Für Sammler sind insbesondere bestimmte Jahrgänge und Prägeanstalten interessant.

3-Mark-Münzen

Die 3-Mark-Münze ist heute eine beliebte Sammelmünze des Deutschen Kaiserreichs. Neben normalen Umlaufausgaben existieren zahlreiche historische Motive, die einen Einblick in die Geschichte der deutschen Einzelstaaten und des Kaiserreichs geben.

5-Mark-Münzen

Die 5-Mark-Münzen gehören zu den bekanntesten deutschen Silbermünzen der Kaiserzeit. Neben regulären Ausgaben wurden auch Gedenkmünzen mit historischen Persönlichkeiten, Bauwerken und besonderen Ereignissen geprägt.

10- und 20-Mark-Goldmünzen

Die Goldmünzen zu 10 und 20 Mark zählen zu den bedeutendsten deutschen Goldmünzen der Kaiserzeit. Auf den Münzen finden sich unter anderem die Bildnisse von Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II. sowie die Herrscher verschiedener deutscher Bundesstaaten.

Bei diesen Münzen ist eine genaue Bestimmung besonders wichtig. Eine seltene Ausgabe kann einen deutlich höheren Sammlerwert besitzen als eine häufige Münze mit vergleichbarem Gewicht und Goldgehalt.

Die Bedeutung von Prägestätten und Münzzeichen

Historische Mark-Münzen wurden in verschiedenen deutschen Münzstätten geprägt. Anhand des jeweiligen Münzzeichens lässt sich die Prägestätte bestimmen.

Zu den bekannten deutschen Münzzeichen gehören:

  • A – Berlin
  • D – München
  • F – Stuttgart
  • G – Karlsruhe
  • J – Hamburg

Das Münzzeichen befindet sich je nach Münztyp an unterschiedlichen Stellen. Für die Bestimmung und Bewertung einer historischen Münze kann es eine wichtige Information sein.

Vom Goldstandard zur Inflation

Der Erste Weltkrieg führte zu grundlegenden Veränderungen des deutschen Währungssystems. Die bisherige Golddeckung und die damit verbundene Stabilität der Mark konnten unter den Bedingungen des Krieges nicht aufrechterhalten werden.

In den folgenden Jahren kam es zu einer immer stärkeren Geldentwertung. Ihren Höhepunkt erreichte die deutsche Hyperinflation im Jahr 1923. Die Mark verlor dabei einen großen Teil ihrer Kaufkraft.

Mit der Einführung der Rentenmark im Jahr 1923 wurde ein wichtiger Schritt zur Stabilisierung der deutschen Währung unternommen. 1924 folgte die Reichsmark.

Von der Mark zur Reichsmark

Die Reichsmark löste die ursprüngliche Mark des Kaiserreichs als Währung ab. Sie wurde 1924 eingeführt und blieb – mit den historischen Veränderungen Deutschlands – bis zur Währungsreform nach dem Zweiten Weltkrieg bestehen.

Für Münzsammler ist die Unterscheidung zwischen Mark und Reichsmark wichtig, da es sich um unterschiedliche Währungsperioden handelt. Historische Münzen sollten deshalb anhand von Jahrgang, Nominal, Motiv und Prägezeit eindeutig bestimmt werden.

Weitere Informationen zur Reichsmark helfen dabei, die verschiedenen deutschen Währungsperioden besser voneinander abzugrenzen.

Deutsche Mark und weitere Mark-Währungen

Die Bezeichnung Mark wurde auch nach dem Ende der Reichsmark weiter verwendet. Nach der Währungsreform von 1948 entstand in den westlichen Besatzungszonen die Deutsche Mark (DM). In der DDR wurde ebenfalls eine Währung mit der Bezeichnung Mark verwendet.

Damit bezeichnete „Mark“ im Laufe der deutschen Geschichte unterschiedliche Währungen und Währungsperioden. Bei historischen Münzen ist deshalb immer wichtig, genau zu prüfen, aus welcher Zeit und welchem Währungssystem ein Stück stammt.

Was sind Mark-Münzen wert?

Der Wert einer historischen Mark-Münze lässt sich nicht pauschal anhand des Nennwertes bestimmen. Für Sammler ist der ursprüngliche Nennwert heute häufig weniger entscheidend als die Eigenschaften der konkreten Münze.

Eine Rolle spielen unter anderem:

  • Jahrgang
  • Prägestätte
  • Erhaltungsgrad
  • Auflage und Seltenheit
  • Material und Edelmetallgehalt
  • Motiv und historischer Hintergrund
  • Sammlernachfrage

Bei Gold- und Silbermünzen kommt zusätzlich der aktuelle Edelmetallpreis hinzu. Der reine Metallwert und der Sammlerwert können dabei deutlich voneinander abweichen.

Mark-Münzen bestimmen und bewerten

Wer eine alte Mark-Münze besitzt, sollte zunächst möglichst viele Informationen zum Stück zusammentragen. Dazu gehören insbesondere das Nominal, das Prägejahr, das Münzzeichen, das Gewicht, der Durchmesser und das Motiv.

Bei wertvolleren oder seltenen Münzen sollte außerdem die Erhaltung genau betrachtet werden. Kratzer, Randbeschädigungen, Reinigungen oder andere Veränderungen können den Sammlerwert beeinflussen.

Bei Goldmünzen sollte deshalb nicht vorschnell ausschließlich nach dem Gewicht abgerechnet werden. Gerade historische deutsche Goldmünzen können neben dem Materialwert einen zusätzlichen numismatischen Wert besitzen.

Wenn Sie historische Goldmünzen besitzen und diese verkaufen möchten, können Sie sich bei Goldankauf Dresden über die Möglichkeiten des Ankaufs informieren. Münzland berücksichtigt bei der Bewertung von Goldmünzen neben dem Edelmetall auch die Eigenschaften und Besonderheiten der jeweiligen Münze.

Historische Mark-Münzen nicht vorschnell reinigen

Bei alten Münzen ist Vorsicht bei der Reinigung angebracht. Eine eigenständige Behandlung mit Hausmitteln, Poliermitteln oder aggressiven Reinigern kann die Oberfläche verändern und dadurch den Sammlerwert beeinträchtigen.

Eine natürliche Patina gehört bei vielen historischen Münzen zum Erscheinungsbild und kann für Sammler von Bedeutung sein. Deshalb sollten wertvolle oder seltene Mark-Münzen vor einer Reinigung zunächst fachlich beurteilt werden.

Mark-Münzen als Teil der deutschen Geldgeschichte

Mark-Münzen sind mehr als historische Zahlungsmittel. Sie dokumentieren die Entwicklung des deutschen Geldwesens vom Kaiserreich über die Inflation bis zu den späteren deutschen Währungen.

Besonders interessant ist dabei die Verbindung von Währungsgeschichte, Edelmetall und Numismatik. Eine 20-Mark-Goldmünze kann beispielsweise gleichzeitig ein historisches Dokument, eine Goldmünze und ein begehrtes Sammlerstück sein.

Wer historische Münzen besitzt, sollte deshalb zwischen dem reinen Materialwert und einem möglichen Sammlerwert unterscheiden. Gerade bei Gold- und Silbermünzen kann eine genaue Bestimmung entscheidend sein.

Münzwissen von Münzland

Im Münzwissen von Münzland finden Sie weitere Informationen zu historischen Münzen, Goldmünzen, Silbermünzen, Jahrgängen, Auflagen und deren Bewertung. Unser Ziel ist es, wichtige numismatische Begriffe verständlich zu erklären und Ihnen bei der Einordnung Ihrer Münzen zu helfen.

Münzland ist seit über 25 Jahren im Edelmetall- und Münzhandel tätig. Wenn Sie historische Gold- oder Silbermünzen besitzen, können Sie diese bei Münzland prüfen und bewerten lassen.

Wichtig: Der Wert einer historischen Münze hängt immer vom konkreten Stück ab. Allgemeine Angaben zu Nominal, Metall oder Jahrgang ersetzen keine individuelle Bestimmung.